Freud und Leid zwischen Alt und Jung – Konflikte in Wohnprojekten

Shownotes

Aufnahme des Interviews: 20. März 2026

Die im Interview erwähnte Berater:innen-Datenbank für Wohnprojekte, die in ihrer Region Konflikthilfe suchen, findet sich auf dem Wohnprojekte-Portal der gemeinnützigen Stiftung trias.

Podcast-Folgen, die in diesem Interview erwähnt werden:

„Wenn's knallt oder wenn keiner mehr spricht. Umgang mit Konflikten im Wohnprojekt“ mit Christoph Hegel, Hegel Mediation Hamburg

„Verwaltungshilfe für Wohnprojekte: Kosten, Konten und Prognosen“ mit Anne Koenen und Manuel Osório, P 99 Gebäude-Verwaltungsgesellschaft

Idee, Umsetzung und verantwortlich für diesen Podcast: Tom Voss

Rückmeldungen und Anregungen an: tom.wohnprojekte@posteo.de

Covergestaltung: Birgit Rohrbach

Musik von Gemafreie-Musik-Online.de

Wohnprojekte im Gespräch

Transkript anzeigen

00:00:06: Junge und alt unter einem Dach.

00:00:18: Wünsche, Wirklichkeiten, Widerstände.

00:00:24: Hallo zusammen und herzlich willkommen!

00:00:27: Ich bin Tom Foss und ich freue mich dass ihr wieder zuhört.

00:00:30: Thema dieser Folge Freut & Leid zwischen Alt und Jung Konflikte in Wohnprojekten.

00:00:41: Du bist Beraterin, Coach und Supervisorin.

00:00:45: Aber alles systemisch!

00:00:47: Du hilfst Wohnprojekten wenn es knirscht?

00:00:49: Richtig

00:00:50: ist richtig.

00:00:51: ich bin gespannt.

00:00:52: wir melden uns hier aus deiner Wohnung in Hamburg.

00:00:55: Wir sind in Sankt Georg ein liebendiger ein multikultureller Stadtteil direkt östlich des Hauptbahnhofs.

00:01:02: du wohnst hier in einem Wohnprojekt.

00:01:04: erzähl mal

00:01:05: ja Ich wohne jetzt seit muss ich mal rechnen seit Das heißt, seit der Gründung dieses Projektes, demnächst werden es dreißig Jahre.

00:01:17: Wunderbar!

00:01:18: Wir haben erstaunlicherweise im Gegensatz zu vielen anderen Projekten relativ ähnlich Fluktuationen.

00:01:23: Das heißt wir sind immer noch in der Originalbesetzung.

00:01:26: zwei drei vier Leute sind gegangen und ich habe selber in einer VG gewohnt die sich getrennt hat.

00:01:33: Immer mal wieder mit anderen Mitbewohnerinnen.

00:01:35: Wir haben hier unsere Kinder großgezogen und ich wohne nach wie vor gerne Sowohl im Stadtteil als auch in der Welt.

00:01:42: Du weißt also, wie sich das anfühlt und wenn es mal hoch hergeht?

00:01:46: Das ist ja schon eine sehr gute Voraussetzung.

00:01:49: Wir sprechen über ein Thema, das eigentlich in allen Wohnprojekten irgendwann auftaucht – Konflikte!

00:01:56: Und ich freue mich Angelika, dass du heute dabei bist uns ein bisschen an die Hand zu nehmen ums zu erzählen.

00:02:01: Herzlich willkommen!

00:02:02: Dankeschön!

00:02:03: Angelica, wenn du an dieses Thema denkst, Konflikte in Wohnprojekten was ist das Erste, was dir in den Sinn

00:02:09: kommt?!

00:02:10: Lernen mit unterschieden umzugehen.

00:02:12: Das ist das Erste.

00:02:13: Ansonsten würde ich sagen, alles was in normalen Mietzhäusern, was auch in Eigentümergemeinschaften auftaucht, taucht auch in Wohnprojekten auf.

00:02:23: und wenn es der banale Streit um den Treppenhausputz ist oder sind die Fahrräder richtig geparkt dann kann's zu Themen kommen wie in anderen Mietergemeinschaften auch.

00:02:34: Wie ist die Nebenkostenabrechnung?

00:02:37: Was ist eigentlich dann deine Rolle, wenn du also in Wohnprojekte gehst und den hilfst mit Konflikten umzugehen?

00:02:45: Und vor allen Dingen auch wie hast Du das gelernt, das mit diesen Leuten umzugeben und Probleme anzupacken.

00:02:51: Okay, komme ich zum ersten.

00:02:52: Meine Rolle ist meistens Supervision.

00:02:56: Manchmal wählen die Atoren im wirklichen Konfliktfall aber auch Moderation.

00:03:00: Dass jemand von außen kommt und es moderieren kann ohne unmittelbar selbst betroffen zu sein.

00:03:05: Das zur Rolle.

00:03:05: Wie habe ich das gelernt?

00:03:06: Ja, also ich bin erst ein Zerpsychologe.

00:03:09: Das heißt eigentlich ist es mein Job auch Bewegrunde verstehen zu wollen.

00:03:14: Dann habe ich eine systemische Zusatzausbildung als Beraterin dann als Coach und Supervisorin gemacht.

00:03:19: Da arbeite ich auch fest dran so und in Wohnprojekten auf Anfrage Konfliktmoderation oder Moderation.

00:03:27: Dieses Psychologiestudium, war das dann der erste Ausbildung?

00:03:31: Ich

00:03:31: hab noch eine andere vorweggesetzt.

00:03:33: Das interessiert mich!

00:03:34: Ich bin Krankenschwester von Erstberuf, habe in diversen Bereichen gearbeitet.

00:03:40: Chirurgisch, in der Abolanz aber auch intensiv und hab irgendwann beschlossen ... Auch in der Psychiatrie.

00:03:46: Und hab von da aus beschlossen statt einer Weiterbildung das Studium zu machen.

00:03:50: Wohnprojekte... Was ist das?

00:03:52: Ich würde sagen, das sind doch Umfelder wo die Leute, die Mitglieder versuchen sich zu Hause zu fühlen und unbeschwert wohnen wollen.

00:04:01: Es kann sein dass das unbeschwerte und schöne Wohnen und sich zuhause fühlen aber durch ein Konfliktfall auch zur Hölle auf Erden wird.

00:04:09: Wie würdest du das jemandem erklären der noch nie in einem Wohnprojekt gelebt hat?

00:04:13: diese Ambivalenz?

00:04:15: Ja, diese Ambivalenz wohlfühlen und Hölle auf Erden möglicherweise.

00:04:19: Du hast ja zwei extreme Pole genannt.

00:04:22: Wohnprojekte, Menschen die in Wohnprojkte ziehen sind normalerweise oder häufig würde ich sagen.

00:04:29: Soziale Wesen, die gerne in sozialen Kontexten wohnen, leben und arbeiten.

00:04:35: so und Wohnprojekt haben vielleicht eine Schwierigkeit nämlich dass die Menschen häufig hohe Erwartungen haben und manchmal etwas suchen was heute gesellschaftlicher eigentlich an den Rand gedrängt ist, sowas wie ein Großfamilienersatz oder was gesellschaftlich auch selten vorkommt.

00:04:51: Gemeinschaftliche Wohn- und Arbeitsformen Das ist ein bisschen auch ein Relikt aus den frühen Achtzigern.

00:04:59: Viele von uns hatten ursprünglich mit der Häuserbewegung zu tun, da ging es um Hausbesetzung, Genossenschaftsgründungen und erste Schritte sozusagen in gemeinschaftliches Leben arbeiten unter dem Aspekt Erheit vom Wohnraum gegen spekulierungsgeschritte

00:05:18: bezahlbaren

00:05:19: Wohnraum erhalten genau.

00:05:21: Und das ist eigentlich der Ursprung der Wohnprojektbewegungen.

00:05:24: Deswegen ist die Erwartungsheitungen relativ hoch.

00:05:29: Es gibt

00:05:30: noch persönliche Erwartungen, die man mit reinnimmt.

00:05:34: Ein Beispiel.

00:05:35: Da zieht eine alleinstehende Frau frisch in der Rente in ein Wohnprojekt und freut sich auf Kinder im Haus.

00:05:42: Sie will anderen Kindern vorlesen und sie freut dich auf Nähe.

00:05:47: Jetzt passiert Folgendes ... Die haben keine Lust und lehnen auch Bemühungen ab.

00:05:52: Was passiert da?

00:05:54: Ja, gute Frage.

00:05:55: Was passiert da?

00:05:55: Das ist natürlich auch unterschiedlich!

00:05:57: Ich würde das nicht über einen... Kamschieren wollen.

00:06:00: Es kann sein, dass wenn du sagst ältere allein lebende weibliche Person zieht in ein Wohnprojekt so da könnte dieses Thema Wunsch nach Einbettung in großfamiliale Strukturen könnte durchaus ein Motiv sein Wenn sich das nicht erfüllt.

00:06:17: also die Kinder sagen So hast es ja schön geschildert Bock auf Vorlesen haben sie einfach keine Lust zu.

00:06:22: dann kollidieren sozusagen Rollenerwartungen nämlich Die sind eingebettet ihre mutmaßliche Kleinfamilie, die Kinder.

00:06:30: Und diese allein stehende ältere Dame hat sich möglicherweise so was wie ein Leihoma-Modell oder ähnliches überlegt, Oma auf Zeit.

00:06:41: Das hat natürlich schnell damit zu tun mit Gefühlen, die nicht erst durch das Wohnen im Wohnprojekt entstehen sondern die Menschen häufig schon in ihrer Vergangenheit mitbringen werde.

00:06:51: ich geliebt, so wie ich bin.

00:06:56: Das kann im Einzelfall zu Gefühlen von Zurückweisung führen und natürlich zum massiven Enttäuschungen und Frustrationen führen.

00:07:04: Die sich dann auf anderem Wege ehren ...

00:07:08: Du hast einen analytischen Blick.

00:07:10: Das kannst du einordnen, aber für die betroffene Person und die Gruppe, die deinem Haus zusammenwohnt, könnte das ganz heftiges Problem werden?

00:07:20: Einer der zentralen Gründe, warum sie es gemacht hat ... Ich weiß nicht, ob Sie es ausgesprochen haben.

00:07:26: Vielleicht wird auch gar nicht drüber gesprochen.

00:07:28: Dann könnte das Problem noch verzweckter werden oder?

00:07:31: Ich würde erst mal denken, es wird nicht drüber gesprochen in den meisten Fällen.

00:07:34: Das ist was, was in der Realität trifft.

00:07:37: also Konflikte werden meistens erst dann oder ich werde erst da zugerufen wenn die hocheskaliert sind.

00:07:43: Also in den Meisten fällen wird es nicht angesprochen.

00:07:46: und dann sind diese Erwartungen, diese mutmaßlichen Erwartung von ich möchte integriert sein, ich möchte hier eine Teilzeitoma sein, Auf welchem Wege die Zutage tritt, ist eine ganz andere Geschichte.

00:08:04: Das kann man dann nur angucken.

00:08:05: Angelika,

00:08:05: könntest du an diesem Beispiel auch noch mal deutlich machen was das Besondere an systemischer Moderation, an dieser systemischen Perspektive ist?

00:08:13: Das kann ich gerne machen.

00:08:14: also Systemiker gehen ja davon aus dass jedes Verhalten mindestens unter drei Perspektiven angeguckt werden muss nämlich einmal wie geht's den einzelnen und wie geht es der Gruppe Und was hat das Ganze eigentlich mit dem Rahmen zu tun?

00:08:27: Also wir sprechen hier von besonderen Wohnformen in den meisten Fällen genossenschaftliche Wohnformen.

00:08:32: Dann stehen diese Projekte jetzt nicht mehr so stark, weil sich das durchgesetzt hat aber in der Grundungsphase häufig auch unter so einem Legitimierungsgruppe sowohl was die Nachbarschaft angeht als das Gelingen der Umsetzung angeht.

00:08:48: also Die stehen unter Beobachtung.

00:08:50: Und das ist eben nach wie vor kein gängiges Modell.

00:08:53: Deswegen, es ist eine Menge Druck im Kessel und vor dem Hintergrund macht es absolut Sinn sich anzugucken.

00:09:01: was sind denn eigentlich die Rahmenbedingungen für gutes Gelegen sorgen können?

00:09:06: Wenn du jetzt in so einer Rolle gehst sagen du wärst mit einem Problem konfrontiert Dann würdest du vielleicht der Frau helfen, mit dieser Erfahrung umzugehen.

00:09:16: Aber das sagt auch viel über die Gruppe dann aus und die würde sich dann auch beteiligen stärker unsere Gefühle zu zeigen oder zu unseren Gefühlen zu stehen, so in der Art?

00:09:27: In der Art.

00:09:27: Also ich würde mich natürlich nicht explizit nur mit dieser Frau beschäftigen selbstverständlich nicht.

00:09:31: also es ist ja auch ein Konflikt und das ist eine Mutmaßung was dem zugrunde liegen könnte.

00:09:36: Ich würde tatsächlich darauf hinarbeiten dass gefühle erklärbar werden.

00:09:43: Das Gefühl, also die Haltung ist natürlich auch eine im Sinne von... Die Gefühle, die wir in unserer Vergangenheit seit der Schule, sei das Elternhaus, sei es was auch immer, Gefühlen von Kränkungen nicht gesehen werden, nicht gehört werden, Gefüle von nicht richtig zu sein.

00:10:01: die können verschüttet sein und sich aktualisieren, sagt man.

00:10:06: Das heißt nämlich genau an so einer Stelle ich werde hier nicht gebraucht als diejenige, die sich das vorgestellt hat oder ich werde ja sanktioniert möglicherweise in meinem Verhalten.

00:10:17: So dann geht es nicht um die Einzelperson sondern geht's um die Gruppe.

00:10:19: Das hast du richtig gesehen?

00:10:20: Dann geht gar nicht darum das einzelne Verhalten anzugucken, sondern es geht darum die Grupe und dass wie gehen wir eigentlich miteinander um einzugucken Und die daraus entstehenden Dynamiken.

00:10:31: Was möchten wir in Zukunft?

00:10:34: Vielen Dank, das hilft auch deinen Ansatz zu verstehen und auch die fiktive Frau über die wir gerade gesprochen haben.

00:10:42: so weit erst noch mal im ersten Schritt um dich kennenzulernen.

00:10:45: Wir sind also hier bei Wohnprojekte im Gespräch diesmal mit Angelika Top zum Thema Freude & Leid zwischen Alt- und Jungkonflikte in Wohnprojecten.

00:10:55: Ich bin Tom Foss.

00:10:57: Wir kommen jetzt zu einem Punkt.

00:10:59: Angelika, da geht es um typische Konflikte und Muster aber auch um Rollen.

00:11:03: Was ist eigentlich das Besondere an Konflikten in Wohnprojekten?

00:11:07: Auch dass wir uns darüber unterhalten... Das ist übrigens die zweite Sendung, die ich zum Konflikt den Wohnprojekt mache.

00:11:12: Und ich habe so viele Reaktionen und auch Zuspruch zu dem Thema.

00:11:15: deshalb, das ist ja irgendwie offenbar besonders präsent.

00:11:20: Wie kommt das?

00:11:21: Gute Frage, wie kommt das?

00:11:22: Dass es präsent ist.

00:11:24: Das ist das was ich eingangs gesagt habe.

00:11:27: Was kann man Menschen die in wohnprojekte ziehen oder wie kann man menschen Wohnprojekten nahe bringen?

00:11:34: und die besonderheiten Und ich glaube dass besondere sind die unterschiedlichen bedürfnisse und erfordernisse auch in unterschiedlichen lebensphasen.

00:11:42: also speziell wenn man jetzt zum beispiel auf Wohn projekte mit einer altes durchmischung guckt dann ist dieses fiktive beispiel was du eingeführt hast, der älteren Dame mit dem Wunsch nach Kinderbetreuung möglicherweise auch ein Symptom für unterschiedliche Lebensphasen und unterschiedliche Bedürfnisse.

00:12:01: Und genau das würde man sich angucken nämlich tatsächlich zu fragen so okay wer steckt denn jetzt gerade wo?

00:12:07: Aber das besondere an den Konflikten ich sage dass mal so ganz platt im Wohnprojekt ist ja dass die so dermaßen eskalieren können das schraubt sich dann über die einzelnen Konfliktpartner, die Wohngruppe das Haus, die Freunde und die Nachbarstelle ich verwandten.

00:12:23: Da geht ja richtig die Post ab!

00:12:24: Und wie kommt das?

00:12:26: Da muss ich leider einen Zahn ziehen, die eskalieren nicht weiter als in anderen Zusammenhängen.

00:12:32: Das ist wirklich ein Vorurteil in Wohnprojekten, eskalierend die Konflikte besonders hoch weil wenn man sich mal anguckt in anderen Kontexten ob das Mietzorzer sind oder Eigentumswohnungen.

00:12:43: Das geht bis an die Gerichte da kann jeder Richter jede Menge drüber erzählen.

00:12:48: also ich finde Wohnprojekt tendiere nicht dazu besonders zu eskaliern nicht mehr als andere und da würde ich hingehen Das ist normal menschlich.

00:12:58: Wenn Konflikte nicht rechtzeitig bearbeitet werden, haben die eine gewisse Eskalations-Tendenz.

00:13:04: Welche Wohnform auch immer?

00:13:05: Das gilt für Teams und Familien sogar für Paare!

00:13:08: Also ich würde nicht das Wohnprojekt als Besondere...

00:13:12: ist das auch so, dass über Konflikt den Wohnprojekt besonders viel geredet wird.

00:13:16: Das stimmt!

00:13:18: Ich

00:13:18: sage nochmal ein anderes Beispiel mit Blick auf die Probleme in Gruppenwohnhäusern wo es mehrere Generationen gibt.

00:13:26: du hattest das angesprochen.

00:13:28: also ich stelle mir vor da wohnten frisch verliebtes Studenteneepaar direkt unter einer Familie mit zwei Kindern.

00:13:35: Die Erwachsenen verkrachen sich wegen des Kinderkrachs, also doppelter Krach.

00:13:40: Wie lösen?

00:13:42: Wir lösen ins Gespräch bringen und jetzt kommt der methodische Teil zu sagen es geht darum eine Perspektive zu wechseln Es geht immer um den Perspektivwechsel.

00:13:52: so und das bedeutet dass die Konfliktparteien, Partner sage ich da, Partnerinnen in die Lage versetzt werden müssen auch ihre Gefühle ihren Ärger ihre Wut über die jeweils anderen Ausdruck zu verleihen.

00:14:04: Und das bedeutet häufig schon, diesen Perspektivwechsel zu haben.

00:14:08: und da sich das deswegen nicht eine große Freundin der Offenlegung von Gefühlen – nichts geht ohne Gefühle!

00:14:15: Häufig sind das Gefühles wie Ärger, Wut, Zorn und warum können sie denn nicht?

00:14:20: Und dazu sagen so okay was ist das denn dass an dieser Stelle nicht lösen zu können Häufig kommen so was wie?

00:14:26: stehen dem Hilfluss gegenüber oder Unmächte gegenüber.

00:14:30: Und diese Erkenntnis zu kombinieren bei den Beteiligten, dass Wut ohne Macht und Zorn nichts anderes sind als die andere Seite der Medaille von Hilflossigkeit und Ohnmacht.

00:14:39: So wenn der Schritt gelingt das die Menschen in der Lage sind die dahinter liegenden Gefühle ausdrücken zu können sind sie häufig auch in der Lage ein anderes Verständnis zu entwickeln.

00:14:50: Gelingt nicht immer, je nach Eskalationstufe.

00:14:52: also es gibt auch Fälle muss ich dazu sagen wenn Konflikte so weil du das Beispiel mit dem Paar und den Kindern gebracht hast und dem anderen jung verliebten Paar das ist ein sehr realistisches Beispiel hatte ich auch mal genau diesen Fall tatsächlich.

00:15:05: das war aber bereit so hoch escaliert dass der andere nur noch dass die andere Fraktion sozusagen nur noch als Feind da ging es um Vernichtung tatsächlich ganz heftig.

00:15:16: also das war schon nicht mehr lösen weil die nicht mehr in der Lage waren, sich zuzudrücken.

00:15:20: Dann muss man auch als Moderatorin so etwas beenden.

00:15:24: Aber das greift auch schon vor, worauf man achten sollte, dass man nicht zu lange wartet und wirklich früh werden sich das abzeichnet?

00:15:32: Genau!

00:15:32: Ich glaube da kommen wir nachher noch mal drauf den Zeitpunkt zu erwischen.

00:15:35: Gerne!

00:15:36: Aber du hast auch angedeutet was bei dir für Konfliktanlässe schonmal so auflaufen.

00:15:41: Was sind eigentlich so die häufigsten Konfliktanlässer in deiner Praxis?

00:15:46: In der Praxis von Wohnprojekten.

00:15:49: Die häufigsten Konflikte sind eigentlich, drehen sich um das Thema Gleichverteilung der Arbeit in der Selbstverweitung.

00:15:56: Das sind die häufigsten Anlässe und zwar... Die Drückeberge

00:15:59: und die Fleißigem gehen aufeinander los?

00:16:01: Genau!

00:16:01: Und Projektübergreifen ist egal ob es Eiders durchmischte Projekte sind oder alle im gleichen Eiter.

00:16:08: Es gibt immer wieder Streitigkeiten darüber, wer macht wie viel?

00:16:11: Wer beteiligt sich wieviel.

00:16:13: Gibt es Menschen die sich wenig bis gar nicht beteiligen?

00:16:16: das führt häufig dann auch tatsächlich zur Ausgrenzung im Sinne von sie grenzen sie selber aus oder werden ausgeschlossen.

00:16:23: tatsächlich Dann ist eigentlich schon eine Eskalationsstufe erreicht wo in meinen Augen Mediation erforderlich ist.

00:16:31: Das heißt da kommen wir dann tatsächlich auf die Praxis wenn Menschen tendieren sich zurück zu ziehen oder Menschen das Gefühl entwickeln, ausgeschlossen zu werden.

00:16:43: Ich werde nicht gebraucht.

00:16:44: Meine Meinung spielt hier keine Rolle.

00:16:46: Ich bin nicht wichtig für das Ganze und ich bin nicht Teil desselben.

00:16:50: Spätestens dann sollten Menschen in Projekten wachwerden und sich möglicherweise Hilfe von außen zu.

00:16:57: Das ist ja auch manchmal nicht so ganz einfach ... aus deiner Sicht dann in so eine Situation reinzukommen und das zu verstehen.

00:17:05: Weil es gibt ja auch so alteweise Männer, Frauen die in Wohnprojekten wohnen, die sagen ach macht ihr keinen Kopf ein Drittel ist fleißig einen drittel in der Mitte und das andere Drittel macht sowieso nix.

00:17:15: wo ist das Problem?

00:17:17: Das könnte man so sagen.

00:17:19: Ich würde diesen Gedanken unterstützen, den du formuliert hast und das ist das, was ich eingangs meinte – den Umgang mit Unterschäden.

00:17:27: Die Anerkennung der alten Weisenmänner und Frauen, die du gerade um das noch mal zu zitieren, sehr hübsches Beispiel, darf man zitieren diese alten weisen Männer und Frauen vor dem Hintergrund.

00:17:37: Menschen sind unterschiedlich und das was sie als Engagement bezeichnen oder weniger Engagement ist auch unterschiedlich.

00:17:43: Es geht wesentlichen darum anzuerkennen und damit Leben zu lernen.

00:17:49: Also das ist etwas, was ich Projekten auch immer wieder sage, dass wesentliche es den Umgang mit unterschieden zu erlernen.

00:17:56: Ich sag mal ein anderes Beispiel, nehmen wir mal an da gibt's einen Wohnprojekt mit alten Gründungsmitgliedern die inzwischen zu große Wohnungen haben.

00:18:06: Kinder sind aus dem Haus.

00:18:07: im gleichen Wohnproakt gibt es junge Familien.

00:18:09: die haben inzwischen so kleine Wohnungen.

00:18:11: Jetzt geht die Post ab, warum?

00:18:13: Weil aus einer begrenzten Rücklage wollen sie investieren.

00:18:17: Die Gruppe der Alten sagt aufzug wir kommen nicht mehr die Treppe hoch!

00:18:21: Die Grupe der Jungen sagt komm lass mal die ganzen Wohnungen euch schneiden damit wir hier alle mehr Platz haben.

00:18:26: wie gehst du davor?

00:18:27: Ja also ich vertraue in die Lösungsfähigkeit der Gruppe Und das wäre auch ein Wutum für die ganzen Genossinnen und Genossen in Zukunft, zu sagen, in die Lösungsfähigkeit der Gruppe vertrauen.

00:18:41: Weil manches ist baulich tatsächlich auch... Wir haben das am eigenen Beispiel gehabt, Thema hier umbauen wollen.

00:18:47: Manches ist Baulig gar nicht möglich.

00:18:49: Also bei uns im Projekt gibt es sozusagen, gibt es sogenannte Schaltzimmer, die man ja einen oder anderen Wohnung zuweisen kann.

00:18:56: Das funktioniert.

00:18:57: Das heißt aber große Wohnungen ... Bei uns ist es so ich kann das schon mal aus dem Nähkästchen erzählen, wir haben eine linke Haushälfte.

00:19:04: Das ist die Hälfte für die Wohnung in WG-Zuschnitten gebaut worden und eine rechte Haushälfe als Familienwohnung.

00:19:12: Darüber hinaus gibt es so ein, zwei, drei Singlewohnungen.

00:19:17: Wir hatten damals gehofft, das ist ja toll!

00:19:19: Die können wir alle variabel gestalten... Es stellt sich heraus, das geht gar nicht.

00:19:23: Das ist bei vielen Häusern und Wohnprojekten in Hamburg.

00:19:27: Das ursprünglich gedacht wurde, wir haben variable Zuschnitte.

00:19:30: Und es geht gar nichts aus brandschutztechnischen Gründen oder baulichen staatlichen Gründen.

00:19:36: Genau!

00:19:37: Das ist das erste, worauf erst mal geguckt werden muss.

00:19:40: Ehe sich die Menschen die Köpfe einhauen.

00:19:42: Nämlich zu sagen so was ist denn hier überhaupt Variabel tatsächlich?

00:19:46: So und das andere Beispiel wenn man das mal zuspitzt angenommen es wäre baulich realisierbar.

00:19:52: Dann kann man es gibt Projekte, ich weiß das von den Berlinern die tatsächlich in ihrer Satzung einen Tausch verankert haben zu sagen wenn Familien und Kinder aus dem Haus ziehen wie das üblicherweise auch in einfamilienhäusern der Fall ist Dann verkleinern wir uns ebenfalls und tauschen.

00:20:11: Aber das ist dann satzungsgemäß verankert,

00:20:13: d.h.,

00:20:13: du kriegst rein formal rechtlich und in der Umsetzung auch nicht Leute aus großen Wohnungen

00:20:19: hinzu.

00:20:21: Eigentum sowieso.

00:20:21: aber auch in der Genossenschaft ist es ein Problem weil du sagen kannst so es gibt Bedarfe Bitte bewegt euch doch und tauscht, aber du kannst niemanden aus der Wohnung setzen.

00:20:30: Im konzentrierten

00:20:31: Fall mit den Alten, mit dem Aufzugswünsch und so könnte es also auch durchaus sein dass die Unterschiede von denen Du Eingang sprach ist wie wichtig das ist, Unterschiede zu akzeptiv wahrzunehmen und zu akzipieren dann auch mal zu groß sind, dass es nicht mehr zusammen passt auch weil die Kinder ja nachwachsen.

00:20:46: vielleicht kommt ein zweites oder gar ein drittes?

00:20:49: Dann passt es nicht.

00:20:50: dann bist du auch am Ende mit deinem Latein als Moderatorin.

00:20:53: Dann ist man am Ende des Lateins, also da...

00:20:56: Auch das Ende würde mich noch interessieren Angelika, weil nicht einfach nur das Ende, sondern die Frage ist ja auch wie geht man auseinander?

00:21:04: Was passiert mit den Beziehungen und was passiert mit dem Bindung?

00:21:07: Hast Du Dich mit so etwas schon mal beschäftigt?

00:21:09: Ja!

00:21:09: Also, man ist natürlich nicht generell am Ende.

00:21:12: Das ist das was ich eingangs nochmal sagte diesen Perspektivwechsel anzuregen immer wieder einen Boden dafür zu schaffen dass die jeweiligen Streit, Konfliktparteien sich in die Lage des anderen hineinversetzen.

00:21:24: Das ist methodisch auch häufig gut machbar und das führt denn trotzdem nicht zu einer Veränderung nach dem Motto wir verstehen euch ja aber oder wir können eure Perspektive nachvollziehbar ziehen.

00:21:34: Aber da ist dann eigentlich das Ende des Lateins der Moderation oder der Mediation.

00:21:39: und dann ist die Frage im Raum wie kann man denn jetzt eine gute Lösung für alle Fans?

00:21:44: Oder zumindest eine gangbare Lösung für Alle Fans?

00:21:47: Dann hat man häufig solche Geschichten die Parteien wollen, aber nicht ausziehen.

00:21:53: Und dann kommt tatsächlich immer mal wieder was, dass sich das von selber

00:21:57: löst.".

00:21:57: Das meinte ich mit dem Vertrauen in die Lösungsfähigkeit und Klärungsfähigkeit der Gruppe.

00:22:02: Dass Menschen dann sehen, Mensch eigentlich ist mir meine Wohnung hier eh zu laut?

00:22:06: Ich würde ja gerne weiter raus aus der Stadt mit dem Alter werden.

00:22:10: oder andere sagen, eigentlich ist es für uns mit den Kindern sowieso viel zu... Das ist das Interessante!

00:22:17: Also so etwas passiert eben auch

00:22:19: Dass sich im Prozess der Auseinandersetzung auch neue Türen öffnen, neue Fenster öffnet.

00:22:25: Und

00:22:25: neue Bedürfnisse sichtbar werden – das ist ganz entscheidend!

00:22:28: Weil die Tüern öffnensich ja nicht per se, sondern durch die Auseinsandersetzung mit der anderen Perspektive werden eigene Bedürflisse noch mal sichtbare für die meisten Betreffenden.

00:22:38: und an dieser Stelle ... Ein Appell an die Lösungsfähigkeit der Gruppe, immer wieder.

00:22:43: Also da ist Moderation gut beraten oder Mediation oder Supervision eine bestimmte gewisse Bescheidenheit an den Tag zu legen und zu sagen so du bist nicht für die Lösung verantwortet, die Gruppe ist für die Lösung verantwortlich.

00:22:56: Ich stelle mir auch gerade vor Angelika Wenn du dann nach einer Moderation, nach einem Abend nach Hause gehst.

00:23:02: Da musst du auch erst mal alles sacken lassen und so.

00:23:05: Manchmal kommt man ja nicht drauf was noch da alles hinter ist.

00:23:08: Es geht zum Geld, Gerechtigkeit dran.

00:23:10: Was ist alles dahinter?

00:23:11: Hast Du eine Austauschgruppe von Leuten die so eine Arbeit machen wie Du wo man sich gegenseitig auf die Sprünge hilft?

00:23:19: Also ich habe keine direkte Wohnprojekte Gruppe, Supervision.

00:23:25: Ich tausche mich aber mit Menschen aus Wohnprojekten aus und ich habe eine eigene Supervision.

00:23:30: also wenn ich irgendwie schwierige Fälle hab ob das jetzt im Beratungskontext in dem ich sonst unterwegs bin oder über Wohnprojkte bin ich wirklich schwierige fälle hab gönn' ich mir auch mal ne Supervision.

00:23:41: nochmal zu den Mustern und Rollen in Wohnprojecten.

00:23:45: viele sagen ja im Wohnprojekt da begegnen uns doch alte familiäre Muster wieder.

00:23:50: wie siehst du das?

00:23:51: Ja genau so

00:23:52: Ist

00:23:53: so?

00:23:53: Das meinte ich Eingangs mit, wenn es zu Konflikten kommt.

00:23:57: Dann stellen wir häufig fest also auch gerade mit dem Perspektivwechsel auf die anderen das die Konflikte, die da aufkommen.

00:24:03: wie schönes Beispiel.

00:24:06: du redest wie meine Mutter.

00:24:08: Die erste Frage ist dann aha was ist denn damals passiert mit der Mutter?

00:24:12: oder du redet wie meine Lehrerin war das eine dominante Person?

00:24:15: Wie habe ich mich eigentlich gefühlt damals mit sechs zwölf vierzehn sechzehn Jahren?

00:24:20: und Häufig kommt so etwas wie.

00:24:21: ich fühlte mich abgekanzelt, das hat mich wütend gemacht.

00:24:25: Ich fühlten mich nicht ernst genommen.

00:24:27: Nur das Gefühl!

00:24:28: Nicht die Situation und auch nicht das Muster.

00:24:30: dieses Gefühl was dadurch entsteht aktualisiert sich und ist in genau derselben Heftigkeit wieder da.

00:24:36: also wenn Menschen sich in die Lage versetzt fühlen ich werde dabei handelt wie ein kleines Kind werde bevormundet, werde nicht ernst genommen was auch immer.

00:24:45: Oder belehrt

00:24:46: oder?

00:24:47: Belehrt

00:24:47: genau.

00:24:47: Das

00:24:47: ironische gezogen.

00:24:49: Wunderbar danke.

00:24:50: ins ironische gezogen.

00:24:52: Welches an der Stelle kommen genau diese Gefühle hoch die damals sechsjährige oder der damals zwölf jährige auch schon hatte und da können sich Menschen gar nicht gegen wehren.

00:24:59: das ist das was heute unter dem Trägerbegriff fällt dass menschen sich angeträgert fühlen von solchen situationen gerne senkrecht durch die Decke gehen.

00:25:08: Es wird dann auch eine ganz schön hohe Erwartung der Leute in Wohnprojekten aneinander auf engen Raum, viel Interaktion, viel voneinander Abhängigkeit im Arbeitsbedarfe und der Garten schreit, die für Selbstverwaltung schreiten.

00:25:23: Das heißt es gibt viele Berührungspunkte und damit ist die Wahrscheinlichkeit ein bisschen höher dass es Reibereien gibt oder?

00:25:29: Ja also das kann man einfach mit dem Jahr beantworten auf jeden Fall Und es hat mit der Erwartungen zu tun wie ein normales Mietshaus oder eine Eigentümergemeinschaft gesehen wird, sondern Wohnprojekte treten ja auch mit einem Anspruch an.

00:25:44: Nämlich wohnen für alle alternative Wohnräume am liebsten Genossenschaftsmodell um Kündigung, Gentrifizierung, Spekulation etc.

00:25:54: zu vermeiden.

00:25:55: Das heißt die treten schon im relativ hohen Anspruch und wenn der sozusagen auf der individuellen Ebene noch nicht mal umsetzbar ist Konflikte.

00:26:04: Dann empfinden manche Menschen das als Scheitern.

00:26:06: und zwar scheitern ist auch etwas, was man lernen muss wie man damit umgehen kann.

00:26:12: Das können nicht alle Also alles Übungen.

00:26:14: Diese Wunprig-Szene verlangt ja auch hochgeschraubte Erwartung bei einer Konzeptausschreibung etwa, da muss

00:26:21: man ja

00:26:22: vom allerfeinsten die Ansprüche formulieren und drechseln.

00:26:24: und was man noch alles will und auch Obdachlose noch unterbringen und Flüchtlinge und wir wollen gewaltfrei und gendern und alles.

00:26:32: also die Latte liegt hoch

00:26:35: Und damit ist

00:26:36: viel Druck im Kessel, dass man an den eigenen Ansprüchen dann auch scheitert oder auf dem Boden der Tatsachen zurückkommt.

00:26:45: Das ist schon eine besondere

00:26:47: Bedingung die wir in Wohnprojekten vorfinden weil wir sprachen ja vorhin auch so drüber.

00:26:51: es ist dann doch nicht so ganz wie in anderen Wohnhäusern sondern die Ansprüche sind besonders hoch und die Berührungspunkte sind besonders viel zählig.

00:27:00: das kann man glaube ich sagen.

00:27:01: Ja also die Nähe ist größer als das entscheidende Die Einsprüche sind hoch, du hast das gut zusammengefasst.

00:27:10: Wenn einer sagt den Dreck in der Waschküche sieht keiner, dann klingelt es beeiligen und sagen es.

00:27:15: irgendwie hat meine Mutter das auch immer gesagt.

00:27:18: Und dabei geht's doch um Staubflocken oder auch um mehr?

00:27:25: Lass uns noch mal von zweier Konflikten auf die Gruppe gucken!

00:27:28: Es gibt ja immer eine Gruppe, eine Gemeinschaft, die hört zu, die schaut zu Und nickt oder schüttelt den Kopf, aber schweigt auch manchmal.

00:27:37: Welche Rolle spielt die Gruppe?

00:27:39: Unterschiedlich!

00:27:40: Also es gibt Gruppen habe ich zumindest schon erlebt.

00:27:43: Ich sage mal Beispiel zweier Konflikt Lärm in der Wohnung.

00:27:48: Zwei Mietparteien streiten sich über Larm in der Wohnung.

00:27:52: Beispiel Kinder, die zu laut sind oder du hast das Beispiel vorher genannt.

00:27:56: so wenn solche Konflikte hoch eskalieren passiert ist häufig dass sich sie betreffen an die Gruppe das Wohnprojekt des Plenummelden im Sinne von löst das für uns der oder die andere Partei muss raus.

00:28:08: Das ist nicht mehr tragbar.

00:28:10: So da kann ich nur werbesens empfehlen.

00:28:11: liebe Gruppe lehnt euch zurück ihr seid nicht für die Lösung zuständig.

00:28:15: unbedingt Solche Konflikte innerhalb einer Gruppe lösen zu wollen, ist hier unmöglich.

00:28:21: Weil es entweder sowas wie Parteilichkeit gibt zur einen oder anderen Seite, sei das über sowieso bestehende Kontakte oder weil die Argumente scheinbar einleuchten.

00:28:31: Ich würde jedem Wohnprojekt jeder Gruppe empfehlen sich aus zwei Konflikten rauszuhalten und sich eine Mediation zu besorgen.

00:28:39: unbedingt!

00:28:39: Weil der Lösungsdruck ist dann groß, ja die oder die wollen wir halten.

00:28:44: Oder das muss doch klärbar sein und es ist es manchmal nicht.

00:28:47: Das ist was ich meinte auch in Nachbarschaftskonflikten passiert wenn's um so etwas will haben oder worüber sich die Amtsgerichte beschäftigen, der rüberwachsende Zweig aus dem Nachbargarten.

00:28:59: Ich

00:28:59: kann nicht so ein bisschen dagegen argumentieren, aber ich hab Lust... Der nutzt!

00:29:03: Es ist doch so dass zwei sich in die Wolle kriegen und dahinter stecken durchaus etwas was in der Gruppe stiegelt es oder Gewohnheit oder Ritual oder Ränge und die legen dann die Hände ins Schoß und sagen man will ja nichts mehr zu tun.

00:29:18: aber eigentlich spielt die Gruppe eine ganz schöne Rolle das diese Ansprüche überhaupt entstanden sind und dass Leute sich so unter Stress fühlen, weil sie fühlen sich auch beobachtet.

00:29:26: Aber ich nehme das hin!

00:29:27: Ich mache ein

00:29:28: Beispiel... Warte, warte, machen wir ein Beispiel?

00:29:29: Also ich würde mal dahin gehen zu gucken um was für einen Konflikt geht es genau.

00:29:35: Ich sage ein.

00:29:36: Aufzüge, Aufzugswartung teuer, richtig teuer Riesenthemen.

00:29:41: Die Erdgeschassbewohner in einem ausgedachten Wohnprojekt wollen sich an den Wartungskosten nicht beteiligen.

00:29:46: ganz klar Sie wohnen ja unten die brauchen den Aufzug überhaupt nicht.

00:29:50: Was fällt dir dazu ein?

00:29:51: eine klare rechtliche Antwort.

00:29:53: Aufzüge sind Gemeinschaftsflächen und damit sind alle dran, Punkt!

00:29:56: Dann

00:29:57: haben wir Wohnprojekte Spielräume.

00:29:58: die müssen ja nicht alles verrechtlichen?

00:30:00: Naja gut also du kannst da gerne so.

00:30:02: wie haben das jetzt immer wieder?

00:30:04: Wir haben zum Beispiel Kita bei uns im Haus und die Kita nutzt die Aufzügen logischerweise mehr als die Bewohnerinnen interessanterweise.

00:30:15: Und gibt es das alles schon?

00:30:16: Ich kenne das aus anderen Wohnprojekten im Fall einer aufgetretenen, körperlichen Einschränkung Behinderung wo die betreffende Person dringend auf den Aufzug angewiesen war und ein Teil der Gruppe.

00:30:30: Dann soll die ins Erdgeschoss ziehen.

00:30:31: Wir bauen keinen Aufzug, ist zu

00:30:33: teuer.".

00:30:34: Auch diese Konflikte, da liegt nicht unbedingt ein gesamter Gruppenkonflikt hinterm Sondern das können manchmal einzelne Interessen wie das Beispiel was ich gerade mit den Mietparteien gegeben habe.

00:30:45: Aufzug ist eigentlich ein gutes Beispiel für einen darunter liegenden Gruppenkonflikt tatsächlich da so war.

00:30:51: Das würde ich mir auch angucken unter dem Aspekt zunächst also dafür würde ich ganz stumpf rechtlich argumentieren und damit sind alle zuständig, führt meistens auch zur einfachsten Lösung.

00:31:03: Aber wenn sich das darüber nicht klären lässt und einzelne sagen wir bezahlen diese Anteile einfach nicht des Komforts dann kann man immer noch mal argumentieren mit dem Perspektivwechsel bzw arbeiten im Perspektivewechsel dass man solche Methoden wie Time to Think setzt die Gruppe in jeweils Zweiergruppen möglichst gegenpolige Zweiergroupen.

00:31:24: die sollen sich einfach mal austauschen nach den tatsächlichen für diese Kosten nach den tatsächlichen Möglichkeiten, die ihn aufzupringen würde und häufig gibt es Lösungen.

00:31:35: Es

00:31:35: ist gut, dass du jetzt auch so was Methodisches einbaustan, dann kann ich mir besser vorstellen wie du arbeitest.

00:31:41: Vielleicht liegt es daran, dass sich diesen Podcast machen und in vielen Wohnprojekten ein- oder ausgehen.

00:31:45: Ich habe so viele Beispiele von Problemen.

00:31:47: Ich sage mal ein anderes, das geht

00:31:48: sich um Aufzug

00:31:49: aber dessen Wohnprojekt sind eigentlich öko drauf, ökologisch.

00:31:53: Trotzdem brauchen die Autos und die haben also Stellplätze Und die Leute ohne Auto aus Überzeugung sagen nix, ich beteilige mich nicht an Stellplätzen.

00:32:03: Daraufhin sagen die Leute damit den Autos und wir nicht am Fahrradkeller.

00:32:06: Herdig!

00:32:07: Wunderbar.

00:32:08: Ja herdig sehr schön.

00:32:10: Patssituation sozusagen.

00:32:12: Ach Gott ja das ist auch schön.

00:32:14: Also ja so das ist nicht untypisch und da liegt meistens was anderes hinter und darauf würde ich tatsächlich mit der Gruppe auf die Suche gehen auch methodisch.

00:32:26: Nimm ich, wie läuft es denn sonst?

00:32:28: Ich arbeite gerne – ich kürze das jetzt mal ab um das überhaupt erklären zu können mit einer so genannten Starfish-Retrospective.

00:32:35: Mit Blick nach hinten und nach vorne.

00:32:37: Starfish ist übersetzt der Seestern,

00:32:40: d.h.,

00:32:40: er hat fünf Arme in den Seesternen und ich stelle fünf Fragen.

00:32:43: Was läuft bei euch gut?

00:32:44: Soll auf keinen Fall verändert werden?

00:32:46: wovon könnte ein bisschen mehr passieren?

00:32:48: Wovon etwas weniger, stopp was gar nicht mehr und start womit sofort beginnen.

00:32:54: Ich habe das nicht erfunden.

00:32:54: diese Methode die ist geklaut bei den IT-Land witzigerweise Das Vorurteil ist ja IT-ler sprechen nicht miteinander aber sind ganz groß da drin schnelle Methoden gute wirksame Methoden zur Kommunikation zu eröffnen.

00:33:07: Was ich teilen kann tatsächlich was die Wirksamkeit der Methoden angeht.

00:33:11: mit der Methode arbeite ich sehr gerne und oft in Wohnprojekten nämlich Blick darauf zu lenken, was läuft alles schief?

00:33:18: Was kriegen wir alles nicht hin sondern erst mal damit anzufangen.

00:33:21: auch ein rhetorisches Instrument zu sagen, was läuft denn gut bei euch?

00:33:24: Was kriegt ihr hin und wie habt ihr das geschafft.

00:33:26: Und wenn ihr mal in Ausnahmesituationen wart, wie habt Ihr diese Ausnahmessituation bewältigt?

00:33:31: Was war da möglich, was jetzt nicht möglich ist?

00:33:34: Was var da möglicherweise anders?

00:33:36: Gab es da andere Gruppenkonstellationen, dass nicht einer der eine sichtbare Machtposition ausgeübt hat oder ähnliches?

00:33:44: Wie ist die Entscheidungsfindung gelaufen

00:33:46: etc.?

00:33:47: Und allein dieses methodische Arbeiten ist häufig vielversprechend, damit man sich gar nicht darauf einlässt wie der oder die hat das gesagt.

00:33:55: Die einen meinen Fahrradkeller dann wir auch nicht.

00:33:57: Die anderen meinen Autobeteiligung wir dann auch nicht.

00:34:01: also dass dann gegenseitig leichter Erpressungsversuch hervorgekram werden um weg von dieser unmittelbaren Ebene zu kommen.

00:34:09: Ja, ist gut dass du das sagst weil es könnte ja auch ein Weg sein zu sagen also ich gucke jetzt erstmal in unser Konzept was haben wir uns hier vorgenommen und danach müssen wir das so und so und regeln.

00:34:19: Sofort!

00:34:21: Da sind wir auf der Ebene der Rechtfertigung.

00:34:24: warum die einen das tun und die anderen führt zu nichts.

00:34:27: erfahrungsgemäß in Konflikten für Ping-Pong Spielen zu gar nix sondern man muss eigentlich an diese Ursachen halten.

00:34:35: Das meinte ich eben ernst.

00:34:37: Nicht immer nur mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten, was das meint ich vorhin auch mit der Bescheidenheit in der Moderation und in der Supervision des Moderators oder der Moderatorin – zu sagen Leute, was gelingt euch denn?

00:34:49: Und darin allein schon eine Befähigung für die Gruppe zu sehen, guck mal, euch gelingt doch etwas!

00:34:54: Das könnt ihr doch.

00:34:56: Erstaunlicherweise immer wieder.

00:34:57: Ich freu

00:34:58: mich das erst mal, wie du das beschreibst und die Tür öffnest.

00:35:02: Auf der anderen Seite erwartet es natürlich auch bei den betroffenen Personen, die diese Konflikte haben.

00:35:08: Auch wenn einige sagen, ich doch nicht!

00:35:09: Das sind die anderen, aber eine Bereitschaft sich darauf einzulassen, sich die Zeit dafür zu nehmen und eventuell auch an über Dinge zu sprechen und an Dinge erinnert zu werden... die man eigentlich gar nicht in der Gruppe zeigen will, dass wir da einen zu verletzbar machen oder wie auch immer so.

00:35:25: Wie gewinnst du die Leute?

00:35:27: Indem ich von vornherein klar mache diese Gruppe ist ein geschützter Rahmen.

00:35:31: niemand muss über seine Gefühle oder seine Befindlichkeiten sprechen sondern alles darf nichts muss.

00:35:39: Das ist das Zentrale.

00:35:40: und dass es alles unter dem Motto der Verschwiegenheit läuft,

00:35:44: d.h.,

00:35:44: nichts nach außen dringt – das ist das Entscheidende!

00:35:47: Und tatsächlich, dass auch gemeinsam eine Verschiegenheitserklärung abgegeben wird untereinander wenn mal Leute nicht teilnehmen, dass es dann kein Geschluder gibt.

00:35:57: die oder jener hat aber auf den auf der Moderationsveranstaltung Folgendes gesagt also, dass sie wirklich einen Schutzraum haben für sich.

00:36:04: Von denen treffen gibt es jedenfalls kein Protokoll.

00:36:08: Es gibt ein Protokol, ich sage das immer Offenheit im Sachlichen und Verschwiegenheit in Persönlichem.

00:36:13: Das ist mein Eingangssatz eigentlich immer.

00:36:16: Also es gibt dann Protokole wenn Entscheidungen über irgendetwas getroffen werden aber es gibt keine Protokrolle im Sinne von Gesprächsprotokollen.

00:36:24: die oder der hat das gesagt auf keinen Fall.

00:36:27: Gut dass du diesen Aspekt auch nochmal herausstellst, dass Vertraulichkeit eine große Rolle spielt und Sachentscheidungen dokumentiert werden können, aber das persönliche raushält.

00:36:38: Soweit vielleicht erst mal im zweiten Schritt!

00:36:40: Wir sind hier bei Wohnprojekte im Gespräch.

00:36:42: Ich spreche mit Angelika Top zum Thema Freude & Leid zwischen Alt- und Jungkonflikte im Wohnprojekt Und ich bin Tom Foss.

00:36:50: Angelika nochmal ganz praktisch Rufen die Leute an und sagen hey wir brauchen Hilfe.

00:36:55: wie läuft sowas konkret wenn Wohnprojakte Hilfe brauchen?

00:36:59: Also es gibt einen sowohl als auch da drin.

00:37:02: Leute rufen mich direkt an, weil sie per Mundpropaganda von mir gehört haben und offenbar Gutes gehört haben, sonst würden Sie nicht anrufen.

00:37:10: Ansonsten habe ich ein... Da drüber ist das tatsächlich entstanden.

00:37:14: Und zwar über die unsere Hausverwaltung, die verweiten mehrere Projekte in Hamburg P-IX.

00:37:18: Es gibt

00:37:20: den eigenen Podcast zu.

00:37:21: Genau!

00:37:22: Sehr schön

00:37:23: dass...

00:37:24: Das ist gut zu hören, dass Manuel und Konzerten auch zu Wort haben.

00:37:27: Wunderbar!

00:37:28: Und tatsächlich ist das entstanden?

00:37:31: Ich glaube dieser Kontakt über Manuel so Osorio der mich dann öfter mal angefragt hat weil er gehört hat über wen auch immer keine Ahnung die macht Moderationen.

00:37:40: Das ist ja Film und Propaganda einfach.

00:37:43: So und deswegen wenn Projekte-Konfliktsituationen haben, dann wenden sie sich entweder an P

00:37:52: Also

00:37:52: ich hab keine eigene Seite, auf der da steht.

00:37:56: Per Mundpropaganda und per Kommunikation, das bricht sich rum.

00:38:00: Und dann nimmst du eine Anfrage auf ... Gießt du dann gleich auf die Leute zu oder wird erst mal so ein Fortscheg gemacht?

00:38:08: Oder wie geht das?

00:38:09: Meistens ist es ja so, dass es ein erstes Telefonat gibt.

00:38:13: Wo ich die Menschen bitte mir doch mal zuschildern was eigentlich ihr anliegen ist und wobei ich ihnen behilflich sein kann.

00:38:20: Und wenn das ein vielschichtiger Konflikt ist, kann es sein, dass Es einen Vorgespräch gibt.

00:38:24: Also wenn das wirklich eine größere Sache zu sein scheint, wenn es um eine Moderation und Begleitung von Entscheidungsfindungen oder Prozessen geht.

00:38:34: Für ich meistens gar keine Vorgespräche, sondern gehe direkt da rein.

00:38:37: Wenn's ein größerer Konflikt ist für Ich-Vorgespreche mit den Konflikparteien unter vier Augen.

00:38:46: Einzelgesprächen dann nicht alle in der Gruppe?

00:38:49: Auf keinen Fall.

00:38:50: Genau auch mal getrennt auf keinen Fall alle in einer Gruppe.

00:38:53: Manchmal führt das sogar dazu.

00:38:55: Ich muss gerade an ein Projekt denken, da ging es um einen Nachbarschaftsstreit ... dass die Gruppe beschlossen hat diesen Streit tatsächlich nur unter den beiden Konfliktparteien moderieren zu lassen und eine vom Vorstand vertreten war.

00:39:11: Was ich total sinnvoll fand, weil ... Das waren Punkte, da hatte die Grupper eigentlich auch keine ... wäre keine Hilfe gewesen, sag' ich jetzt mal so.

00:39:22: Das bringt mich gleich zu der Frage Stichwort Geld.

00:39:26: Und in diesem Fall, von dem du erzählt hast haben dann alle die Moderation bezahlt weil das ist ja auch wieder so ein Punkt.

00:39:33: oder sagen dann einige auch die beiden Streithandeln sollen die doch selber bezahlen?

00:39:36: was haben wir damit zu

00:39:37: tun?

00:39:37: Nein, die haben alle bezahlt.

00:39:38: also tatsächlich hat tatsächlich das Projekt bezahlt

00:39:43: Hureinsicht.

00:39:43: Aber mein Beispiel, was ich eigentlich bringen wollte ist dann sagen zwei.

00:39:48: Nee also das ist ein Gruppenthema und das hängt sich hier an uns auf und die Gruppe sagt nix ihr streitet immer wieder genau über den selben Punkt müsst ihr selber zahlen.

00:39:56: die Unterstützung dabei

00:39:59: kann passieren.

00:40:00: dann können sie sich entscheiden ob sie es machen wollen oder nicht.

00:40:03: aber das ist ja auch.

00:40:03: deine Rolle ist ja eine andere.

00:40:05: klärst du am Anfang?

00:40:06: Deine Leistung kostet ja Geld Und diese Rechnung muss ja jemand bezahlen und wenn unklar es wäre, dann kriegst du vielleicht kein Geld.

00:40:13: Nee also das ist mir noch nie passiert.

00:40:15: ich kläre das am Anfang und in allen Fällen überlege ich jetzt gerade wirklich in einen.

00:40:20: Es gab nie ein Problem hat dass die Genossenschaft übernommen tatsächlich So und wenn so ein Konflikt mal entsteht, da würde ich dann auch denken Leute das können die ihr machen.

00:40:31: Ihr könnt es auch lassen.

00:40:32: also wenn die Genossenschaft sagt Das ist ein Privatkonflikt den möchten wir nicht unterstützen Dann muss man das respektieren fände ich.

00:40:39: Und dann kann sich diese private Gruppe entscheiden ob sie eine moderation wünscht oder nicht.

00:40:44: wie in jedem anderen fall auch

00:40:46: noch eine frage dem zusammen gelika.

00:40:48: Wir sprachen vorhin drüber Woran merkt man jetzt?

00:40:52: bräuchten wir eigentlich eine Moderation oder jetzt noch nicht.

00:40:57: Aber die Kombination in der Frage ist auch, jetzt brauchen wir eigentlich keine mehr!

00:41:03: Also diese Punkte alle... wie hilfst du da den Leuten?

00:41:24: Das würde ich Projekten empfehlen, dann Moderation zu einzufragen.

00:41:29: Mein Leitsatz ist bei Ende rechtzeitig.

00:41:32: Ich sage ein Projekteingangs.

00:41:35: Wir machen eine Moderation von einem bis drei Veranstaltungen in wenigen Ausnahmefällen Das ist fast immer gelungen, dann tatsächlich den Prozess in Gang zu setzen und mich überflüssig zu machen.

00:41:49: In wenigen wirklich in einem Ausnahmefall glaube ich nur mache ich eine begleitende Prozessmoderation so.

00:41:57: die sehe ich alle halbe Jahr jetzt für seit drei Jahren.

00:42:02: also da geht es dann einfach nur um die Klärung wie gehen wir das an?

00:42:05: Das hat das Projekt so gewünscht.

00:42:08: Also setzt auch da bewusst auf Selbst Kraft, die eigene Kraft

00:42:12: der Gruppe

00:42:13: und sich entfaltende Kraft im Prozess.

00:42:16: Und bei Bedarf kann man dich dann auch wieder... Erneut anfragen, aber das ist nicht so wie bei einer Psychotherapie.

00:42:24: Auf keinen Fall eher

00:42:26: punktuell und dann zwei-drei Mal.

00:42:29: Also ich wollte da jetzt auch gar nicht indiskrete Fragen stellen sondern nur mir das mal vorzustellen.

00:42:35: Wunderbar also.

00:42:36: das ist eine wichtige Unterscheidung von Moderation Mediation und Supervision, das sind keine Prozesse die über Jahrzehnte angelegt sind.

00:42:46: Therapien je nach Schule sind ja schon ein bis zwei bis drei Jahre dabei.

00:42:51: Das macht man in der Supervision von Teams auch aber von Projekten auf keinen Fall.

00:42:58: Also das ist eine kurzfristige Krisenintervention so könnte man es übersetzen.

00:43:04: Ich wollte an dieser Stelle auch nochmal an die Hörerinnen und Hörern den Tipp loswerden.

00:43:09: Es gibt solche Mediatoren bundesweit und es gibt eine ziemlich hilfreiche Seite von der Stiftung Trias, da kann man je nach Bundesland gucken wo gibt's welche Mediatoren für solche Probleme?

00:43:23: Und sich schlau machen darüber.

00:43:24: das finde ich eigentlich ganz praktisch.

00:43:25: Ich füge den Link zu dieser Übersicht und diese Suchhilfe ein in die Show Notes zu diesem Podcast.

00:43:36: Stichwort Kinder, Jugendliche.

00:43:39: Die kriegen ja viel mit von Konflikten auch wenn die Erwachsenen sagen geh du mal raus wir müssen was streiten und so.

00:43:45: Manchmal sind die Kinder sogar Auslöser.

00:43:48: Wie gehst Du als Coacherin damit um?

00:43:49: Beteiligst Du auch Kinder und Jugendliche.

00:43:52: Es kommt drauf an weil ich bin ja auf familientherapeutisch unterwegs Und sage da wie auch in Projekten wer sind eigentlich die Erwachsene?

00:44:00: Ja das heißt Erst mal zurück zur Lösungskompetenz der Gruppe, da würde ich erst einmal die Erwachsenen darum betten.

00:44:09: Die Konflikte auch wenn die Kinder Auslöser sind, die Erwachsene den Konflikt sich austragen zu lassen weil Kinder häufig überfordert sind mit solchen Geschichten so ab einem bestimmten Alter.

00:44:21: wenn es um sechzehn, siebzehn und achtzehnjährige und meinetwegen die Dauerparty am Wochenende oder irgendwelche Lärmbelästigung dann kann man die schon dazu holen auf jeden Fall im Sinne von Einbarungen treffen.

00:44:33: Und noch ein anderer Punkt, der betrifft den Aspekt Sprache.

00:44:38: Man kann ja belärend provozierend ironisch sprechen.

00:44:42: manche sind rhetorisch auch sehr geschickt und andere sind ein bisschen hilflos manchmal.

00:44:48: deswegen ist die Arbeit die du machst ja auch eine die sehr stark an Sprache hängt.

00:44:54: gibt es bei dir auch Beratungsleistung oder Unterstützungsleistungen die nicht von Sprache abhängen?

00:45:01: Ja, auf jeden Fall.

00:45:03: Auf jeden Fall!

00:45:04: Wieder ein praktisches Beispiel... Ich übersetze das mal.

00:45:07: Ich visualisiere sehr viel.

00:45:09: Das heißt gesprochenes eine Methode wäre ich bin ja Psychologin kommt aus der Kommunikationswissenschaft des sogenannte innere Team dass ich tatsächlich Figuren aufmahle mit den jeweiligen Rollen die in einer Person sind Und ich visualisiere Gefühle.

00:45:26: Visualisiere tatsächlich, also ich meine dann so Figuren mit Sprechplasen und großen Bäuchen und da sind die Gefühler drin.

00:45:35: Das hilft häufig Dinge sehr viel deutlicher zu machen als jedes Wort das kann.

00:45:41: Also tatsächlich arbeite ich viel mit Visualisierung.

00:45:44: Aber ich wollte noch mal nach Fragen an der Stelle... Wenn sich einer schwer tut, sich zu artikulieren und seine Gefühle zu artigulieren hat das auch nicht so ganz einfach in dem Wohnprojekt oder?

00:45:54: Ja.

00:45:54: Das kann man so sagen.

00:45:56: auf jeden Fall.

00:45:57: aber noch mal Menschen wieder an den Punkt der Akzeptanz der Unterschiede.

00:46:02: Es sind nicht alle Menschen gleich.

00:46:04: Nicht alle Menschen haben es leicht gefühlt zu verbalisieren und sind eine Moderation oder eine Mediation.

00:46:11: darf es auf keinen Fall sein jetzt Gefühl rauslocken zu wollen ja sondern Wenn eine Frage, was ist denn das für ein Gefühl zu nichts führt?

00:46:20: Dann lässt man es ruhen.

00:46:22: Du hast jetzt in Richtung Gefühl bewegt.

00:46:24: Ich sage mal ein anderes Beispiel.

00:46:25: Es gibt einen Stress im Wohnprojekt weil eine Frau gesteht dass sie das mit dem Protokoll führen nicht kann Und das liegt nicht am Tippen im Computer, sondern irgendwie das Zusammenfassen und auf den Punkt bringen.

00:46:40: Was würde gerade besprochen?

00:46:42: Und die anderen sagen es kann nicht sein, da muss man nur zuhören orientierlich an der Tagesordnung und so.

00:46:47: Das schaukelt sich so hoch dass die Arbeitsverteilung dann in Frage steht.

00:46:50: was würdest du da raten?

00:46:52: Ja ich würde fragen wer kann's denn gut und wie empfällt es leicht um den Druck von dieser betreffenden Person zu nehmen.

00:46:59: Ist das ein Blaming?

00:47:00: Das ist auf jeden Fall Blaming und es ist auf jedem Fall ... An der Stelle würde ich immer wieder fragen, Ressource der Gruppe.

00:47:09: Wem fährt das leicht, wer kann's gut?

00:47:11: Kann die betreffen Frauen vielleicht eine andere Aufgabe übernehmen?

00:47:15: Also immer wieder selbstverständlich.

00:47:17: Das

00:47:18: heißt auch noch mal wichtig wegen der Aufgabenverteilung was du anfangs erwähnt hast Austausche, Wechsel von Aufgaben auch in Erwägung zu ziehen.

00:47:29: Je nachdem wer was gut kann?

00:47:31: Genau unbedingt!

00:47:33: Also ressourcenorientiert.

00:47:34: ne wann warum soll ich Menschen in einer Gruppe etwas aufzwingen wo sie Widerstände gegen haben?

00:47:41: das wird nichts werden.

00:47:42: und dass ist schon wieder das Thema Akzeptanz der Unterschiede.

00:47:46: es geht immer läuft auf eins hinaus menschen sind unterschiedlich liebe Menschen landes.

00:47:51: so akzeptieren

00:47:53: Man bucht dich als Konflikthelferin und dann wird das ganz besprochen, mühsam genug.

00:48:00: Irgendwann ist das Problem gelöst und damit ist die Sache doch auch erledigt.

00:48:03: oder diese Vorstellung?

00:48:05: Ist sie naiv?

00:48:06: Nein überhaupt nicht!

00:48:09: Das gibt es.

00:48:10: Ja weil Unterschiede aushalten so heißt ja auch eigentlich kann man nichts mehr machen.

00:48:14: Man muss damit leben dass es das Problem gibt.

00:48:16: Ja heißt es auch.

00:48:19: Das ist die Herausforderung tatsächlich.

00:48:22: Dann gibt es den Punkt, über den wir vorhin sprachen.

00:48:25: Die Unterschiede kann man nicht mehr aushalten und das knackt irgendwas bricht.

00:48:29: was passiert dann wenn sich ein Wohnprojekt zerlegt?

00:48:32: Ich habe es Gott sei Dank noch nie erlebt.

00:48:34: wirklich noch nie Gibt es sicherlich?

00:48:37: Also, wenn ein Wohnprojekt ... Das Beispiel hatte ich vorhin genannt für diese kleinen Wohnungsgeschichte.

00:48:42: Für die beiden.

00:48:43: Wenn das so hocheskaliert ist, dass in der jeweils anderen Seite nur noch ein Gegner oder ein Feind gesehen wird und es eigentlich um Vernichtung geht, dann ist auch jeder Moderation zu spät.

00:48:55: Dann muss man wirklich sagen, in Ordnung.

00:48:58: So einen Auftrag würde ich auch nicht annehmen.

00:49:00: tatsächlich weil da kann man sich nur selber mit ruinieren.

00:49:05: Wenn Konflikte so hoch eskaliert sind, wenn das zwischen einzelnen Parteien ist, dann kann auch an Mediatoren und andere weiterfandweisen, die das rein berufsmäßig machen, nur Mediationen.

00:49:17: Manchmal muss man sagen ja vielleicht ist es dann soweit dass einzelne Leute ausziehen kommt vor.

00:49:24: Darauf wollte ich hinaus.

00:49:26: Das ist vielleicht worst case aber dennoch den auch Beziehungen und Ehen auseinander.

00:49:34: Und es gibt Menschen, die helfen diesen Prozess des sich Trennens auch so zu gestalten dass nicht noch mehr Schäden beieinander passieren und auch bei mitbeteiligten gemeinsamen Freunden beispielsweise, die noch verbleiben in dem Wohnprojekt oder so.

00:49:50: Auch das könnte ja Teil einer Mediation sein auch zu helfen obwohl man sich trennt und bestimmte Sachen nicht lösen kann Vereinbarung zu treffen oder ich weiß nicht genau, Rituale.

00:50:03: Absolut.

00:50:03: also wie können wir trotz einer Trennung Freunde bleiben wenn es um unterschiedliche Parteien gibt und einzelne Menschen sehr stark eingebunden sind?

00:50:13: Ich muss auch wieder denken an den familientherapeutischen Aspekt.

00:50:17: das ist auch sehr ähnlich wie in Wohnprojekten.

00:50:18: ich sage immer Paare können sich trennen Eltern bleiben Eltern Punkt.

00:50:22: und letztendlich ist es in Wohn Projekten ähnlich Menschen können ausziehen, Projekte verlassen und trotzdem können sie mit einzelnen in dem Projekt befreundet bleiben.

00:50:31: Das muss überhaupt kein Hindernis sein.

00:50:33: Ist auch eine Realität.

00:50:34: Ich

00:50:34: bin noch mal zurück auf den positiven Fall weil du behast ja auch auf diesen Punkt wie wichtig das ist Unterschiede auszuhalten und zu akzeptieren wahrzunehmen Und wir sprachen über deine Methoden und so.

00:50:48: Gibt es eigentlich auch Übungen für Toleranz oder die Akzeptanz von Unterstitlichkeit?

00:50:56: Also, machst du so Workshops oder ist das zu naiv gedacht?

00:51:00: Nein!

00:51:00: Das gibt's in dem Sinne nicht.

00:51:01: mag sein dass ich irgendein... Psychologeübungen dazu ausgedacht hat, ich kenne keine.

00:51:06: So letztendlich man kann sich nur darin üben nämlich im.

00:51:10: Was hilft mir selber dabei?

00:51:12: Sich jeweils diese Frage zu stellen Unterschiede in Konfliktsituationen auszuhalten so und wie eine frage wann ist es mir mal gelungen Und was war dafür nötig so einen unterschied gut aushalten zu können.

00:51:25: Ich konnte mich zurücklehnen Ich war nicht ganz so arg betroffen.

00:51:29: oder oder Also wie ist es mir jeweils einzeln gelungen, diese Unterschiede auszuhalten auch wenn ich mich geärgert habe?

00:51:36: Ich hab die Situation verlassen.

00:51:38: Hab etwas ganz anderes gemacht.

00:51:40: oder oder also letztendlich geht's über Selbstreflexion und das war sich den meisten Menschen dann auch mitgebe da wir hier alle hin und wieder Schwierigkeiten haben, Unterschiede auszuhalten.

00:51:50: Das ist ja völlig normal!

00:51:51: Wenn

00:51:51: also in Projekten auch wirtschaftliche Abhängigkeiten bestehen weil die Leute gut und günstig da wohnen, die Wohnung brauchen oder die haben Eigentum in dem Haus dann passiert das natürlich auch schnell dass man sich vielleicht ein bisschen zu doll verbiegt um Unterschiede aushalten und den konstruktiven eigentlich naheliegenden Weg sich zu trennen nicht wählt?

00:52:13: Also vielleicht braucht noch manche einen Schubs.

00:52:17: Das kommt vor, aber da würde ich sagen das geht mich als Moderatorin nichts an.

00:52:21: Also ich würde mich selbst wenn ich so einen Verdacht habe niemals ungefahrt also einmischen vor dem Hintergrund wo kein Anliegen keinen Auftrag.

00:52:30: Also wenn nicht jemand sagt bitte versuch das nochmal rauszuarbeiten.

00:52:34: Ich würde das niemals von mir aus tun.

00:52:37: Angelika vielen Dank.

00:52:38: erstmal.

00:52:39: das sind viele Aspekte die du jetzt angesprochen hast und Wenn ich die Quintessenz noch mal zusammenfassen darf, zum wichtigsten Punkt im Gespräch ist doch geworden.

00:52:49: Das sind unterschiedliche Menschen, die aufeinander stoßen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Lebensphasen, Situationen, Lebensthemen.

00:52:57: und wenn sie aufeinandersstoßen... Und dem Wohnprojekt ist so ein kleiner Heizkessel da stoßen viele aufeiner im Heizungskeller des Wohnprojekts Da geht es auch schon hoch her.

00:53:06: Also da gehören Konflikte dazu und ich glaube, du hast auch noch mal sehr deutlich gemacht dass die Ansprüche dann eine ganz große Rolle spielen.

00:53:13: also eigentlich ist das auch von dir aus ein Plädoyer Leute bleibt auf dem Boden mit den Ansprüchen nehmt euch nicht zu viel vor macht euch nicht verrückt.

00:53:21: Dann war glaube ich ein wichtiger Punkt auch nochmal Ressourcen sind unterschiedlich verteilt.

00:53:26: wir sprachen zum am Schluss nochmal über die Sprache.

00:53:29: aber bei Ressorzen denken man natürlich auch an Geld an Zeit An Mobilität, an vielen anderen Sachen.

00:53:37: Und dass die Verteilung dieser Ressourcen ein zentrales Konfliktfeld von Wohnprojekten ist und das liegt auch nahe.

00:53:46: Gerade wenn man ein altersgemischte Wohnprojekt vor Augen hat.

00:53:49: Es ist aber auf der anderen Seite so du bist kein Zauberer Du kannst die Konflikte nicht wegmachen Sondern du kannst nur... Bescheiden, mit den Leuten drüber reden und Lösungswege aufzeigen.

00:54:02: Aber durch die Tür müssen sie dann selber laufen.

00:54:06: Gut das sind so die Punkte, die ich jetzt auch wahrgenommen habe und die ich noch mal ausdrücke.

00:54:12: Findest du dich da so wieder?

00:54:13: Ja also ich finde du hast es wunderbar zusammengefasst.

00:54:16: Die Ressourcen kann man nicht herzwingen, sondern die kann man zur Verfügung stellen.

00:54:20: Die kann man besprechen und das andere ist sozusagen der entscheidende Punkt ist die Anerkennung der Unterschiede und das kann man einüben.

00:54:30: Vielen Dank Angelika für deine Erklärungen Hinweise und Ratschläge.

00:54:33: ich bin mir sicher dass hilft schon in vielen Fällen gut weiter.

00:54:37: Ich danke dir für die nette Anfrage, Tom.

00:54:40: Und grüße alle in Projekten, die mit Konflikten zu tun haben!

00:54:45: Das sind Sie nicht alleine?

00:54:46: Ja schön und ich danke auch fürs Zuhören bis zur nächsten Folge Wohnprojekte im Gespräch diesmal mit Angelika Top zum Thema Freut & Leid zwischen Alt und Jung Konflikte in Wohnprojekten und ich bin Tom Foss.

00:55:11: Wünsche, Wirklichkeiten, Widerstände.

00:55:14: Weitere Informationen findet ihr in den Show Notes zu dieser Folge.

00:55:18: Abonniert Wohnprojekte im Gespräch auf Spotify oder Apple Podcast um keine neue Folge zu verpassen.

00:55:25: Kommentiert und bewertet diese Folge gerne!

00:55:28: Rückmeldung und Anregungen sind willkommen.

00:55:32: Ihr findet diesen Podcast auch bei der Google Suche unter Wohnprojektepodcast.

00:55:38: Wir hören uns in der nächsten Folge wieder, wenn es heißt... Wohnprojekte im Gespräch.

00:55:49: Gemeinsam vielfältig solidarisch!

00:55:53: Wohnprojakte im Gespräch.

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